Sozialisierung der Welpen

Was heißt Sozialisierung?

Zwischen der 8. und 16. bis maximal 20. Woche liegt die Sozialisierungsphase der Welpen.

Dies bedeutet, das die Welpen in dieser relativ kurzen Zeit möglichst viele Situationen unaufgeregt und ruhig kennen lernen sollten, damit sie später in ähnlichen Situationen nicht unter Stress geraten und ggf. ängstlich oder gar aggressiv reagieren.

Was der Welpe in der Sozialisierungsphase positiv kennen  gelernt hat, wird ihm als erwachsenen Hund keinen Stress machen und ihnen damit keine Probleme!

10 Minuten im Welpenalter neben der Skateboardbahn z.B. können einem später viele Stunden mit Hundetrainern ersparen.
 

Wie sozialisiere ich meinen Welpen erfolgreich? 

Wichtig ist es dabei, die Welpen weder zu unter- noch zu überfordern.

Man sollte die Reize langsam steigern, wenn der Welpe ruhig und entspannt reagiert. Zeigt der Welpe starke Aufregung oder gar Meideverhalten, hat man ihn überfordert und sollte auf kleinere Reize zurückgehen. Nicht mehr als 1-3 neue Situationen am Tag.

Ich kann meinem Welpen neue Situationen, Tiere oder Menschen aus einem für ihn sicheren Umfeld heraus kennen lernen lassen. Die Einheiten mit Interaktion beim ausgeschlafenen Welpen machen und kurz halten (1-2 min.). Entspannungsübungen neben z.B. Skateboardfahrern ,Radlern oder spielenden Kindern mit dem bereits etwas ausgetobten Welpen dürfen länger dauern. Super wenn der oder die Kleine dabei sogar einschläft. Entspannter geht es nicht.

Wichtig ist es, dabei selbst ruhig und ausgeglichen zu bleiben und ihn  bei ängstlichem oder vorsichtigem Verhalten nicht zu trösten oder zu drängen. Wir bleiben dabei der ruhende und sichere Hafen, indem wir uns z.B. hinhocken und den Welpen sich zwischen unsere Beine zurückziehen lassen, bis er von alleine bereit ist, sich der Situation oder dem anderen Menschen oder Tier zu nähern. Auch dann bleiben wir ein sicherer Rückzugsort.

Verhält sich der Welpe entspannt, neugierig oder freundlich interessiert, können wir ihn loben oder mit Leckerli belohnen.

Die Übungen sollten immer mit einem entspannten Hund enden!

Bei Geräuschen und fremden Untergründen gilt, was mein Welpe selbst kontrollieren kann, beunruhigt ihn nicht.

Man kann z.B. Leckerli zwischen  Besteck oder auf unbekannte Untergründe legen und ruhig darauf warten, dass der Welpe von alleine die Bestecke über dem Leckerli zur Seite schiebt und das Geräusch selbst verursacht, bzw. den neuen Untergrund betritt. Bleibt er entspannt, kann man langsam aus geringer Höhe einzelne Teile fallen lassen, während er frisst. Die Geräusche werden lauter. Die Übung nach 1 bis maximal 2 Minuten beenden, wenn der Welpe entspannt ist.

Hunde lernen in Bildern und können sehr schlecht verallgemeinern.

Daher sollten die gleichen Übungen zu einem späteren Zeitpunkt auch an anderen Orten wiederholt werden, das ist für den Hund dann eine neue Situation. Nach 5-6 Orten beginnt der Hund die Situation langsam zu verallgemeinern.


Hundebegegnungen:

Ein kleiner Hund ist etwas völlig anderes als ein großer Hund. Ein langfelliger etwas anderes als ein kurzhaariger. Kurznasen wie Bulldoggen und Möpse können aufgrund ihrer mangelhafte Mimik und der seltsamen Atemgeräusche zunächst beunruhigend wirken. Lassen sie ihrem Welpen Zeit, sich diese seltsamen Hunde aus ihrem sicheren Hafen heraus anzuschauen.

Prinzipiell immer vorher fragen, ob der andere Hund nett zu Welpen ist. Es gibt keinen allgemeinen Welpenschutz, der existiert nur innerhalb des eigenen Rudels! Lieber weniger gute Hundekontakte als viele und dabei auch schlechte Hundebegegnungen.

Der Welpe muss lernen, sich mit anderen Hunden zu verständigen. Die Hundesprache kann er super mit ähnlich großen und gleichalten oder sanften erwachsenen Hunden üben. Dabei darf er oder sie ruhig einmal von einem älteren Hund in angemessener Weise zurechtgewiesen werden. Auch Respekt muss der Welpe lernen. Es empfiehlt sich immer der Besuch einer guten Welpengruppe und häufiger Kontakt zu ausgewählten Spielpartnern.
 

Menschenbegegnungen: 

Menschen und ihr Verhalten sind sehr vielfälltig. Ein Kind verhält sich z.B. anders als ein Erwachsener.

Geben sie ihrem Welpen die Chance, die breite Palette menschlicher Erscheinungsbilder und menschlichen Verhaltens positiv kennen zu lernen.

  • Erwachsene
  • Teenager
  • Kleinkinder
  • Männer
  • Frauen
  • Menschen mit Hut, Kaputze, Rucksack, Stock oder Handy
  • verkleidete Menschen
  • Menschen, die mit Krücken gehen
  • Rollstuhlfahrer
  • Jogger
  • Radfahrer
  • Skateboardfahrer
  • Inlinerfahrer
  • Rollerfahrer
  • Rollkoffer ziehende Leute
  • mal schwankend wie ein Betrunkener laufen
  • Leute die Schubkarren schieben oder Straße kehren
  • Menschen mit Motoradhelm
  • Menschen mit FFP2-Maske
  • und vieles mehr
     

Verschiedene Umgebungen:

  • Wald
  • Wiese
  • Straßen
  • immer belebtere Plätze
  • Innenstadt
  • Brücken
  • Unterführungen
  • Fahrstühle
  • Bus fahren
  • S-Bahn fahren
  • Bahnhöfe
  • Sportstätten
  • Biergärten
  • Gaststätten
  • Spielplätze
  • Baustellen
  • Müllabfuhr
  • Straßenkehrmaschiene
  • Laubbläser
  • Rasenmäher
  • Treppen (wenige Stufen reichen, aber auch die sollte der Welpe kennen)
  • ihre Fantasie ist gefragt
     

Andere Tiere:

Auch hier ist es enorm wichtig, dass der Welpe keine Angst bekommt und ein ruhiges Verhalten zeigt. Er soll die Reiter und Katzen später ignorieren und nicht jagen oder anbellen!

  • Katzen (Vorsicht! Nur Kontakt mit hundefreundlichen Katzen zulassen – das sind leider wenige!)
  • an Kühen auf der Weide vorbeigehen
  • Schafe
  • Ziegen
  • Pferde
  • Wildgehege (Man kann z.B Hirsche und Welpe gleichzeitig füttern oder später neben dem Wild mit dem Hund arbeiten, damit er es ignorieren lernt.)
  • ggf. Kaninchen oder Meerschweinschen (Wichtig, die Tiere dürfen nicht gestresst oder gefährdet werden!)

Es reicht, wenn der Welpe lernt, dass man an mit denen nicht spielen darf, und die eigenen Besitzer interessanter sind.
 

Territorialverhalten:

Briards neigen zu ausgeprägtem Territorialverhalten. Was bei manch anderen Rassen erst im Alter von 3 Jahren oder gar nicht auftritt, kann auf sie deutlich früher zukommen.

Es empfiehlt sich daher, den Hund frühzeitig an Besuch im eigenen Haus und Garten zu gewöhnen. Dies gilt sowohl für Menschen- als auch Hundebesucher.

Der Hund soll lernen, dass alle, die sie hereinbitten, willkommen sind. Das schließt Paketboten und Handwerker ein.

Die Unerwünschten wird er später von alleine melden oder fern halten.

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